Kleines (tier)-medizinisches ABC
![]()
von H.Wilms-Rademacher
- Fachschulen für Agrarwirtschaft BORKEN 07.01.1999 -
Wichtige Fachbegriffe aus dem Bereich der
(Tier-)Hygiene
· Abort ist die Beendigung der Trächtigkeit zu einer Zeit, in der der Fötus noch nicht überlebensfähig ist. Häufig rechnet man auch embryonalen Fruchttod und Totgeburt diesem Begriff zu. Neben Spontanereignissen wie z.B. Erschrecken, Sturz, Hornstoß etc. und Vergiftungen z.B. mit Ergotamin (Mutterkorn) sind hauptsächlich Infektionskrankheiten für Aborte verantwortlich. Neben vielen Erregern, die nicht spezifisch, aber eben auch die Trächtigkeitsorgane schädigen, sind hier zunächst die Erreger der klassischen Deckseuchen Campylobakterien und Trichonomaden sowie die Brucellose-Erreger zu nennen. Durch die KB und staatliche Seuchenbekämpfung sind die entsprechenden Krankheiten heute nur noch von recht geringer aktueller Bedeutung. Insbesondere beim Rind bedeutsam sind die Krankheiten IBR/IPV (=BHV1), BVD, Chlamydien-Infektionen (Zoonose!), Q-Fieber (Zoonose!) und Infektionen mit dem einzelligen Parasiten Neospore caninum
· Aktive Schutzimpfungen sind in der Tiermedizin der Normalfall. Es werden also möglichst harmlose Antigene verabreicht, die aber dennoch eine Antikörperbildung gegen gefährliche Antigene bewirken sollen. Unproblematisch ist dies bei Vorhandensein eines sehr nahen, aber ungefährlichen Verwandten des gefährlichen Erregers wie z.B. Kuhpocken und Menschenpocken, wo die gleichen Antikörper wirksam sind. Existiert kein harmloser natürlicher Verwandter eines gefährlichen Antigens, kann man versuchen einen solchen zu züchten. Mit dieser Technik gewinnt man Lebendimpfstoffe. Derartige im Organismus vermehrungsfähige Impf-Antigene brauchen deshalb nur in geringen Dosen verabreicht werden. Dadurch unterbleibt sehr weitgehend eine hohe, auch als Impfprovokation bezeichnete Anfangsbelastung des Immunsystems. In Deutschland stand man dem Einsatz solcher Lebendimpfstoffe bisher eher ablehnend gegenüber, weil man Impfdurchbrüche befürchtete. Davon spricht man, wenn sich der Impfstoff im Praxis-einsatz als eben doch nicht ungefährlich, sondern als pathogen entpuppt. Tot-Impfstoffe ergeben häufig keine ausreichend belastbare Immunantwort. Unter Umständen kann man mit lebenden, aber sterilisierten Impfstoffen arbeiten, wie z.B. röntgenbestrahlten Lungenwurmlarven.
Bei manchen Infektionen treten Erreger einer Art in unterschiedlichen Stämmen auf, die jeweils eigenständige Immunantworten auslösen. In solchen Fällen sind mehrfach-valente Impfstoffe vorteilhaft, die gegen mehrere, möglichst alle Erregerstämme immunisieren.
·
Akut beschreibt einen Krankheitsverlauf, der
erkennbar zügig auf die Krise zugeht.
·
Allergien sind - überwiegend lokale -
Überempfindlichkeitsreaktionen auf an sich meist harmlose Antigene. In schweren
Fällen können Allergien als sog. anaphylaktischer Schock zum
Zusammenbruch des Kreislaufs und evtl. zum Tode führen.
Allergien haben in den letzten Jahren bei Tier und Mensch deutlich zugenommen.
Als ein Erklärungsansatz wird zur Zeit die enorm vermehrte Zahl an
chemischen Verbindungen in der Umwelt angenommen. Allerdings treten Allergien
eindeutig vermehrt dort auf, wo die Umwelt- und Hygienebedingungen besonders
gut sind, während sie z.B. in Slumgebieten der 3.Welt weitgehend unbekannt
sind. Eine andere Theorie erklärt sie daher mit zu geringem Training des
Immunsystems in den ersten Lebensjahren. Diese These wird insbesondere dadurch
gestützt, dass offenbar der Verzicht auf die früher bei Kleinkindern übliche
Tuberkuloseschutzimpfung eine deutliche Steigerung im Auftreten von Allergien
mit sich gebracht hat.
·
Alternative medizinische Verfahren, insbesondere
Akupunktur, Homöopathie und naturheilkundliche Verfahren werden
auch bei der Behandlung infektionserkrankter landwirtschaftlicher Nutztiere mit
teilweise erstaunlichem Erfolg angewendet. Wesentlich für von der sogenannten Schulmedizin
abweichende Verfahren ist, dass ihre Erfolge nicht ohne weiteres reproduzierbar
sind und teilweise auch keine überzeugenden, von der Naturwissenschaft
anerkannten Theorien zur Erklärung ihrer Wirkungsweisen vorliegen. Insbesondere
die Homöopathie entzieht sich weitgehend logischen Erklärungsansätzen.
Bei ihrem Prinzip, eine Störung des Organismus mit winzigsten Mengen des
Stoffes zu behandeln, der in höheren Dosen ähnliche oder gleiche Störungen
auslöst, arbeitet sie teilweise mit derart extremen Verdünnungen, dass statistisch
kein einziges Molekül der Wirkungssubstanz mehr in der Verdünnungssubstanz
vorhanden ist. Im Gegensatz zur Humanmedizin sind tatsächliche
Behandlungserfolge in der Tiermedizin, speziell in der Nutztiermedizin kaum mit
dem sog. Placebo-Effekt zu erklären.
·
Amputationen können bei drohendem Übergreifen
einer lokalen Infektion auf weitere Teile des Organismus auch heute noch
durchaus sinnvoll sein, z.B. um wenigstens den Schlachtwert zu retten.
·
Anamnese, auch Erhebung des Vorberichts genannt,
ist die Aufnahme der bisher bei einem Patienten aufgetretenen Befunde.
·
Anatomie (wörtl.=Aufschneidung) meint den Aufbau
des Körpers und seiner Organe.
·
Ein Antibiogramm stellt eine recht einfache und
einigermaßen schnelle Methode dar, gegen einen bakteriellen Erreger wirksame
Mittel zu finden. Hauptproblem ist die dafür notwendige vorhergehende
Isolierung des Erregers, um Falschaussagen zu vermeiden. Bei häufig
auftretenden und ähnlich ablaufenden Erkrankungen in einem Bestand sollte
unbedingt ein A. angefertigt werden, um den Erreger möglichst gezielt bekämpfen
zu können, Resistenzbildungen zu minimieren und so auch Kosten zu sparen.
· Antibiotika (Antibiotikum) sind ursprünglich Stoffwechselprodukte von Mikroben, meist Pilzen, die den Stoffwechsel anderer Mikroben, meist Bakterien schädigen. Es kann nach keimhemmenden, also die Vermehrungsaktivität behindernden, und keimzerstörenden A. unterschieden werden. Die unterschiedlichen Wirktypen sollten in der Therapie im allgemeinen nicht kombiniert werden.
Die Wirkmechanismen beruhen auf
o
Hemmung der Zellwandsynthese > Platzen der Keime wg.
Weiterwachsen der Zellmasse
(Penizillin, Cephalosporin, Bacitracin)
o
Störung der Zellwanddurchlässigkeit > Platzen der
Keime wg. Druckanstieg
(Polymyxin, Colistin, Streptomycin)
o
Hemmung der Proteinsynthese
(Tetrazyklin, Aminoglykosid)
o
Hemmung der Nukleinsäurebildung
(Gyrasehemmer)
Differenziert
werden A. nach ihren chemischen Strukturen:
o
Betalaktam-A.
Penicillin, Ampicillin, Amoxicillin, Cloxacillin, Oxacillin u.a.
gr-, z.T. gr+, bakterizid
o
Aminoglycosid-A.
Gentamycin, Kanamycin, Streptomycin, Neomycin, Spectinomycin, Apramycin u.a.
meist bakterizid, rel. breit wirkend
o
Tetrazykline
Tetrazyklin, Oxytetrazyklin, Chlortetrazyklin
bakteriostatisch, Breitbandwirkung, Aufnahmehemmung durch Ca-Ionen,
Aufnahmesteigerung durch Zitronensäure
o
Chloramphenicole
Breitbandwirkung, Einsatz bei Tieren für Lebensmittelproduktion wg. erheblicher
Nebenwirkungsrisiken verboten
o
Makrolide
Erythromycin, Tylosin
bakteriostatisch, mittelbreite Wirkung, Mykoplasmen, Haemophilus-Keime
o
Lincomycin
Atemwegsinfektionen, Dysenterie, Wundinfektionen
o
Polypeptid-A.
Colistin, Polymyxin B, Tiamulin
Kombination mit Tetrazyklinen empfehlenswert,
Tiamulin+Salinmycin=Vergiftungsgefahr
·
A. werden heute von speziellen
Zuchtstämmen in weit größerer Effizienz als von den ursprünglichen Wildstämmen
produziert. Z.T. werden diese Stoffe anschließend chemisch verändert oder
vollständig nachgebaut. Man spricht dann von teil- bzw. vollsynthetischen
Antibiotika.
A. dürfen in der Tiermedizin nur vom Tierarzt bzw. auf seine
Veranlassung hin, und nur zur Behandlung erkrankter oder krankheitsbedrohter
Tiere eingesetzt werden. Funktionsgleiche, aber therapeutisch nicht relevante
Stoffe dürfen im Rahmen einer futtermittelrechtlichen Zulassung in sehr
geringen und genau festgelegten Dosierungen als sog. Leistungsförderer auch bei
gesunden Tiere verwendet werden. Der Einsatz dieser Stoffe stößt bei
Verbrauchern und Nichtlandwirten überwiegend auf Ablehnung.
·
Antiinfektiva fasst als Sammelbegriff alle gegen
Infektionserreger im infizierten Organismus wirksamen Substanzen zusammen,
soweit es sich nicht um Antikörper also Passivimpfstoffe handelt. Dazu rechnen
vorrangig Antibiotika und Sulfonamide, aber z.B. auch die wenigen zur
Verhinderung von Neuinfektionen von Zellen geeigneten antiviralen Mittel wie etwa
Azyklovir.
·
Antikörper heißen von B-Zellen des Immunsystem
gebildete hochspezifische Eiweißmoleküle, die mit den Oberflächen von (meist)
körperfremden Stoffen, den sogenannten Antigenen reagieren. Stofflich
gesehen handelt es sich um zu den Enzymeiweißen gehörende, wasserlösliche
Globuline. Nicht alle Fremdstoffe lösen eine gleich starke bzw. gleich
nachhaltig von den Gedächtniszellen gespeicherte Antikörperbildung aus.
·
Anzeigepflichtige Tierseuchen sind solche, bei
denen wegen der großen wirtschaftlichen Bedeutung oder der möglichen
Übertragung auf Menschen (Zoonosen) der Staat die Bekämpfung - notfalls auch
gegen den Willen der Tierhalter - organisiert und durchsetzt. Grundsätzlich
besteht hier das langfristige Ziel der Tilgung, weshalb man in Deutschland und
bei der EU Impfungen, speziell mit Lebendimpfstoffen tendenziell ablehnend
gegenübersteht. Tierhalter sind rechtlich verpflichtet, die bei ihren Tieren
möglichen anzeigepflichtigen Seuchen zu kennen, soweit es klare Symptome gibt,
und gegebenenfalls jeden Verdacht unverzüglich zu melden. Fahrlässiger Verstoß
gegen diese Bestimmungen hat Ausschluss vom Schadenersatz durch z.B. die
Tierseuchenkasse, grobe Fahrlässigkeit darüber hinaus sogar Schadenshaftung und
evtl. strafrechtliche Konsequenzen zur Folge.
· Applikation heißt Verabreichung (von Arzneimitteln). In der Tierproduktion habe die hauptsächlichen Applikationsformen entsprechende Vor- und Nachteile:
|
Applikationsform |
Vorteile |
Nachteile |
|
Injektion |
·
gezielte ·
Wartezeiten |
hoher Arbeitsaufwand bei großen Beständen bzw. mehrmaliger
Behandlung |
|
Futtermedikation |
·
leichte Behandlung ·
viel Substanzen ·
Metaphylaxe |
Aufnahme bei kranken Tieren schwer kalkulierbar Gruppenbehandlung bei Fertigfutter hoher Organisationsaufwand |
|
Wassermedikation |
|
Aufnahme bei kranken Tieren schwer kalkulierbar hohe Vergeudung Formulierungen meist teurer |
B
zurück zur Übersicht
![]()
·
Bakterien sind primitive einzellige Mikroben,
deren Stoffwechsel von dem echter Ein- und Mehrzeller in wesentlichen Punkten abweicht.
Von der unübersehbar großen Zahl von Bakterienarten und -stämmen sind die
weitaus meisten harmlos, viele nützlich, einige wenige gefährlich.
Einige wichtige typische bakterielle Krankheitserreger sind:
|
Stapylococcus aureus |
Eitrige Entzündungen aller Art |
|
Mykoplasmen |
Lungenentzündungen |
|
Salmonellen |
Darminfektionen |
|
Streptokokken |
Angina, Scharlach, Mastitis |
|
Pneumokokken |
Lungenentzündung |
|
Enterokokken |
Gallen- und Harnwegsentz. |
|
Corynebakterien |
Diphtherie, |
|
Clostridien |
Botulismus, Brand, Wundstarrkrampf |
|
Gonokokken |
Gonorrhoe,
Meningitis |
|
Hämophilus |
Bronchitis, Meninigitis |
|
Spirochaeten |
Syphilis |
|
Chlamydien |
Lungenentzündung, Harnwegs- und Genitalinfektionen |
B. schädigen hauptsächlich mit giftigen Stoffwechselprodukten,
den sog. Toxinen.
Botulinus-Toxin z.B. ist das
wahrscheinlich stärkste Gift der Welt.
·
Bazillen (=Stäbchen-Bakterien) sind eine
Untergruppierung der Bakterien. Der Begriff wird umgangssprachlich häufig
synonym für gefährliche Bakterien benutzt.
·
Ein Befund ist das feststehende Ergebnis einer
Untersuchung. Auf der Grundlage von Befunden werden Diagnosen gestellt.
·
BHV1 -Krankheiten
Das Bovine Herpesvirus1 kann verschiedene Krankheitsbilder auslösen. Meistens tritt die ansteckende Nasen-Luftröhren-Entzündung auf, bekannt unter dem Kürzel IBR (Infektiöse Bovine Rhinotracheitis). Nasenausfluss und stark gerötete Nasenschleimhäute, verbunden mit Fieber bis zu 42 0C, starkes Speicheln und Bindehautentzündung sind typische Symptome. Husten und Augenausfluss gesellen sich dazu, Kühe lassen in der Milchleistung nach, in Einzelfällen kommt es zum Verkalben.
Die IBR wird allerdings in Milchviehherden nun ausnahmsweise mit starken Symptomen beobachtet. Eher dürfte ein klinisch unauffälliger, mitunter milder Verlauf die Regel sein. Großer wirtschaftlicher Schaden entsteht dagegen gelegentlich bei Krankheitseinbrüchen in Mastställen, Fresseraufzuchtbetrieben und Kälberbeständen — überall dort, wo häufig bis ständig Tiere zugekauft werden.
BHV kann sich auch im Geschlechtstrakt des Rindes festsetzen. Dort verursacht es bei weiblichen Tieren einen ansteckenden Bläschenausschlag an der Scheide (IPV) und bei Bullen eine ansteckende Vorhaut- und Gliedentzündung (IBP).
Das Virus wird mit den Körperflüssigkeiten, aber auch mit dem Kot ausgeschieden. Hauptübertragungsweg ist eine Tröpfcheninfektion von Tier zu Tier. Vorsicht ist zum Beispiel geboten, wenn die Futterreste vom Kuhstall in den Jungviehstall zum "Nachfressen" gebracht werden. Die "kranken" Kühe könnten auch auf diesem Weg eine bis dahin virusfreie Nachzucht anstecken. Bullen, die für die Besamung auch international eingesetzt werden sollen, müssen unbedingt BHV1-frei sein - Das schreibt eine EU-Richtlinie vor, um jede Verbreitung über Sperma zu vermeiden. In der Praxis führt dies dazu, dass die Besamungsorganisationen in jedem Fall darauf achten, dass alle Bullen - unabhängig vom Export - BHV - frei sind.
·
Das BRSV (Bovines Respiratorisches
Synzytial)-Virus verursacht Symptome, die der Rindergrippe ähneln. Es wird
jedoch als eigenständiger, obligat pathogener Erreger aufgefasst. Als besonders
symptomatisch für BRSV-Infekte gilt das stöhnende Ausatmen und die ausgeprägte
Maulatmung der Patienten. Die Krankheit tritt in einer leichten Form auf, die
mit hohem Fieber bis 42°C über zwei bis drei Tage, trockenem Husten,
beschleunigter Atmung und zähem Nasenausfluss einhergeht. In ihrer schweren
Form wird die Erkrankung durch Pasteurellen als Sekundärerreger verkompliziert.
Die Mortalitätsrate liegt bei unbehandelten Patienten dann über 30%, viele
Tiere zeigen chronischen Krankheitsverlauf mit anschließendem Kümmern. Eine
eigentliche Therapie gibt es nicht, lediglich die Sekundärinfektionen können
ursächlich behandelt werden.
·
BVD/MD ist die Abkürzung für Bovine
Virus-Diarrhöe/Mucosal Desease. Das Virus ist sehr bösartig, gehört zu den
Pestviren, kann alle Organe befallen und ist in etwa 80% aller Betriebe
verbreitet. Der Status der Virusfreiheit ist nicht unbedingt erstrebenswert, da
Erstausbrüche meist sehr schlimm verlaufen. An Symptomen werden Atemwegserkrankungen
und Durchfälle bei allen Altersgruppen, sowie Leistungseinbrüche,
Fruchtbarkeitsstörungen, Verkalbungen, Missbildungen, erhöhte Frühsterblichkeit
und allgemeine Immundepressionen beobachtet. Infektionen vor dem 120
Trächtigkeitstag führen immer zu immuntoleranten Virämikern, welche in der
Regel spätestens nach zwei Jahren sterben. Spätere Infektionen der Mütter
führen zu den genannten Missbildungen und Frühsterblichkeiten der Kälber. Die
Infektion erfolgt über alle Körperausscheidungen. Sinnvoll erscheinen derzeit
planmäßige Impfungen des Gesamtbestandes mit Lebendimpfstoff ohne
Einzeltierdiagnostik.
· B-Zellen sind eine Untergruppe von Lymphozyten, welche selbst wieder zu den Leukozyten, also den weißen Blutkörperchen gehören. B steht für die erstmalige Entdeckung in der Bursa fabrici, also der Bürzeldrüse von Vögeln.
C
zurück
zur Übersicht ![]()
·
Chemotherapeutika ist der Sammelbegriff für
Präparate zur Bekämpfung von Infektionen innerhalb des Organismus. Dazu gehören
insbesondere
o
Antibiotika
o
Sulfonamide
o
Antimykotika
o
Coccidiostatika
o
Nitrofuran-Verbindungen
o
metallorganische Verbindungen
·
Chlamydien und Mykoplasmen gehören zu einer
Gruppe von äußerst schwer bekämpfbaren Bakterien, die als Zellinnenparasiten
mit Antibiotika nur schwer erreichbar sind. Wegen des Fehlens einer
eigentlichen Zellwand und sehr geringer Größe rechnete man derartige Organismen
früher zu den Viren. Chlamydien richten zunehmend in Rinderbetrieben Schäden
an, wobei sie nahezu alle Organe befallen können. Derzeit (Dez. 1998) ist kein
kommerzieller Impfstoff verfügbar, lediglich stallspezifischen Vakzinen können
erstellt werden.
·
Chloramphenicol - ein früher wegen seiner
sicheren und breiten Wirkung sehr beliebtes Antibiotikum (Blauspray!)- ist
inzwischen wegen erheblicher Nebenwirkungen für den Einsatz in der Tiermedizin
verboten.
·
Chronische Erkrankungen haben keine deutliche Krise,
sie verlaufen schleppend, wobei durchaus einzelne oder mehrfache akute
Schübe auftreten können.
·
Coliforme (Keime) ist ein Sammelname für eine
Gruppe von natürlicherweise im Dickdarm (= Colon) lebenden Keimen. Ihr
wichtigster Vertreter ist Echerichia Coli. Das Vorkommen von coliformen Keimen
außerhalb des Dickdarms gilt als wichtiger Maßstab für den Hygienestatus.
Einige Vertreter der coliformen Keime können bei Massenvermehrung im Dickdarm
bzw. Eindringen in andere Organe schwere Erkrankungen auslösen.
·
Corticoide sind Hormone der Nebennierenrinde (= cortex),
die sehr stark in den Eiweißstoffwechsel - und zwar dämpfend - eingreifen. Sie
werden vom Organismus natürlicherweise bei Stress gebildet und erlauben das
Ertragen kurzfristiger Belastungsspitzen. Wege ihrer außerordentlich starken
Unterdrückung von Entzündungsprozessen ist ihr therapeutischer Einsatz sehr
verlockend, da
o
die behandelten Patienten sich subjektiv wieder sehr
gut fühlen,
o
Fieber und Entzündungsschmerzen stark zurückgehen und
o
der Appetit zurückkehrt.
Gegen diese vordergründigen
Vorteile steht aber, dass die Erreger, welche die mit Corticoiden behandelte
Erkrankung ausgelöst haben, in keiner Weise durch Corticoide geschädigt werden,
das körpereigene Immunsystem aber stark und anhaltend gelähmt wird.
Corticoid-Einsatz ist also sehr fragwürdig und tendenziell abzulehnen.
Unverzichtbar sind Corticoide in geringen Dosen äußerlich bei Ekzemen oder
Ähnlichem sowie bei lebensbedrohlichen Allergieerkrankungen wie z.B. Asthma.
·
Crowding (wörtl.=Zusammenwürfeln) liegt
vor, wenn viele verschiedene Tiere aus jeweils verschiedenen Keim-Umwelten
zusammentreffen. Das Immunsystem muss sich dann mit extrem vielen neuen
Antigenen auseinandersetzen und wird schnell überlastet, zumal ja auch
sonstige, z.B. soziale Gewöhnungsprozesse für Stress sorgen. Crowding von
jungen Tieren ohne ausgereiftes Immunsystem überfordert regelmäßig die
Immunität / Paraimmunität der Tiere. Durchfälle und Atemwegserkrankungen sind
dann gewöhnlich die Folge. Hier sind Medizinalfutter bzw. - tränken und/oder
Paraimmunitäts-Inducer indiziert.
D
zurück zur Übersicht
![]()
·
Desinfektion bedeutet eine so weitgehende
Abtötung von Keimen, dass eine Neuinfektion auszuschließen ist.
E
zurück zur Übersicht
![]()
·
Echerichia Coli (E.Coli) - der wichtigste der
coliformen Keime- kommt in schier unübersehbarer Zahl von verschiedenen Stämmen
im Enddarmbereich von Menschen und Tieren vor. E.Coli ist das wahrscheinlich am
besten und genauesten untersuchte Lebewesen der Welt und wird unter anderem
nach entsprechender Manipulation auch für viele gentechnische Produktionen
genützt. Die meisten Coli-Stämme sind, insbesondere solange sie im Dickdarmbereich
bleiben, völlig harmlos. Es gibt allerdings auch eine Reihe von gefährlichen
Stämmen, die verschiedene Toxine bilden können. Da diese Stämme alle von
Bakteriophagen befallen sind, nimmt man an, dass diese die Toxinbildungsgene
von anderen Erregergruppen, z.B. Shigellen auf Coli-Keime übertragen haben.
Toxinbildende Coli-Stämme machten bisher insbesondere in der Ferkelproduktion
z.T. enorme Probleme bis hin zu seuchenähnlichen Prozessen. In jüngster Zeit
nehmen auch Coli-Mastitiden bei Milchkühen zu. Besonders problematisch ist ein
Coli-Stamm, der über hämatolytisches (= blutzerstörendes) Toxin verfügt und
EHEC (Entero-hämoraghisches E. Coli) genannt wird.
Dieser kann insbesondere bei Kindern unter 5 Jahren und älteren Menschen
schwere, blutige, also ruhrähnliche Durchfälle auslösen und bei etwa 5% der
Patienten zu vollständigem Nierenversagen und Lebensgefahr führen. Werden diese
Symptome mit wirksamen bakteriziden Antibiotika behandelt, sind die Folgen
fatal, weil dann durch die plötzliche Tötung aller Bakterien deren Toxine
gleichzeitig freigesetzt werden. Der Erreger ist in etwa 80 % aller Kühe
nachweisbar. Gefahr besteht allerdings nur dann, wenn neben dem (wahrscheinlich
über Viren von Shigellen übertragenen) Gen für die Toxin-Bildung auch ein Gen
für deine Anheftung an der Darmwand vorhanden ist. Diese genetische Kombination
ist - jedenfalls in Deutschland- noch recht selten. Eine Infektion ist über den
Verzehr von Rohmilch oder rohem Rindfleich möglich.
·
Echte Einzeller sind insbesondere in den Tropen
gefürchtete Krankheitserreger, bei uns allenfalls als Erreger der Küken-,
Kaninchen-, seltener auch Ferkel- und Kälberkozidiose bzw. als Kryptosporidien
bedeutsam. Die Schadwirkung ähnelt der von Bakterien, allerdings sind sie weit
schwieriger zu bekämpfen, da der Stoffwechsel der echten Einzeller mit dem der
Wirtszellen sehr weitgehend übereinstimmt.
·
Enter-.... kennzeichnet als Vorsilbe alles, was
mit dem (Dünn-)Darm zusammenhängt wie z.B. Enteritis = Darmentzündung.
·
Entzündungen sind lokale oder
Gesamtkörpererkrankungen, welche bei Vorliegen eines oder mehrerer der klassischen
Entzündungssymptome
o
Dolor = Schmerzempfindlichkeit
o
Calor = Erwärmung
o
Tumor = Anschwellung
o
Rubor = Rötung
diagnostiziert werden. Entzündungskrankheiten haben
(lateinische) Namen, welche auf -itis enden.
F
zurück zur Übersicht
![]()
·
Faktorenkrankheiten ist eine nicht sehr genaue
Bezeichnung für solche Erkrankungen, bei denen das Zusammentreffen mehrerer,
auch abiotischer Faktoren zur Erkrankung führt Die eigentliche
Erkrankung wird von den biotischen Krankheitsfaktoren, also Erregern
bestimmt. Der Gegenbegriff zu F. ist Seuchen.
·
Fakultativ pathogene (Ubiquitäre) Keime,
auch Allerweltskeime genannt, sind nur in besonderen Situationen gefährlich :
o
besonders hohe Erregerdichte
o
geschwächtes Immunsystem
o
Virulenzsteigerung durch Passageeffekte
o
Stress
o
vorgeschädigtes Parammunsystem (z.B. Verletzungen).
Ubiquitäre Keime können im
Gegensatz zu Seuchenerregern nicht von Tieren ferngehalten werden, allerdings
kann man durch entsprechende Hygienemaßnahmen die Keimdichte niedrig und damit
unter der Gefahrenschwelle halten.
G
zurück zur Übersicht
![]()
·
Gesundheit ist bei Tieren noch schwieriger zu
definieren als bei Menschen, da hierzu neben dem Fehlen von Krankheitssymptomen
und dem Vorhandensein voller Leistungsfähigkeit auch der Zustand des
allgemeinen Wohlbefindens gehört, der bei Tieren nur schwer unmittelbar
festgestellt werden kann.
·
Glatzflechte oder Trichophytie ist eine
auch auf den Menschen übertragbare Hauterkrankung des Rindes, die durch Pilze
verursacht wird. Verlaufsdauer und -schwere sind deutlich umweltabhängig,
insbesondere Sonnenlicht begünstigt die Heilung, hohe Luftfeuchtigkeit hingegen
die Erkrankung. Gegen die drei auslösenden Pilzestämme ist eine trivalente
Schutzimpfung verfügbar, die nicht nur vorbeugend, sondern auch therapeutisch
wirkt und nebenwirkungsfrei ist. Trichophytieerregersporen bleiben in Stall und
Erdboden jahrelang infektiös.
·
Als gramnegativ (gr-) bzw. grampositiv (gr+)
teilt man alle Bakterien entsprechend ihrer jeweiligen Anfärbemöglichkeit nach
deren Entdecker Gram in zwei Hauptgruppen ein. (gr-)Bakterien weisen
einen weitaus komplizierteren Aufbau ihrer Zellwände auf. Die hat entsprechende
Auswirkungen auf ihre Empfindlichkeit bzw. Resistenz gegenüber Antiinfektiva.
·
Gravid heißt trächtig, tragend, schwanger.
H
zurück zur Übersicht
![]()
·
Häm..../ -äm... in irgendwelchen
tier/medizinischen Fachbegriffen bezieht sich stets auf Blut.
Z.B:
·
Anämie = Blutmangel;
·
Hämoglobin = Blutfarbstoffenzym;
·
Hämolyse = Zerstörung der Blutzellen;
·
Leukämie = Überschwemmung des Blutes mit Leukozyten.
I
zurück zur Übersicht
![]()
·
Eine Immunität liegt vor, wenn ein potentieller
Erreger nicht mehr zur Erkrankung führt, weil das Immunsystem seine schädlichen
Aktivitäten im Körper rechtzeitig unterbindet. Aktive Immunität wäre
demnach, vereinfacht gesagt, ein selbsterzeugter Antikörperüberschuss, passive
Immunität ein fremderzeugter Antikörperüberschuss gegenüber den jeweiligen
Antigenen. Die Immunität kann durchaus abgestuft und in den jeweiligen
Körperregionen unterschiedlich stark ausgeprägt sein.
·
Das Immunsystem ( Abwehrsystem im engeren Sinne
) ist die Gesamtheit aller spezifischen Krankheitsabwehreinrichtungen, mit den
beiden Zentralkomponenten der zellulären Abwehr durch die Killerzellen
und der humoralen Abwehr durch die Antikörper. Es wird hier auch
mit der Bezeichnung spezifische Immunität in Abgrenzung zur unspezifischen
oder angeborenen Immunität gearbeitet, welche jedoch besser als Paramunität
bzw. Resistenz bezeichnet werden sollten.
·
Immunschwächen bei Nutztieren können die
unterschiedlichsten Ursachen haben, wie etwa
o
hohe endogene Korticoidspiegel wegen dauernder
Stressbelastung;
o
Hypovitaminosen;
o
Korticoidtherapien;
o
bei sehr jungen Tieren mangelnde
Kolostralmilchversorgung;
o
genetische
Disposition (bekannt ist das Vorhandensein eines rezessiv-monogen vererbten BLAD-Faktors
beim Rind, der bei homozygotem Vorkommen zu vollständigem Ausfall des
Immunsystems führt).
· Impfungen zielen auf Schutz vor pathogenen Antigenen durch eigene oder fremde Antikörper.
· Impfprovokationen bezeichnen die Anfangsbelastung des Immunsystems, wenn sich bei aktiven Schutzimpfungen das Immunsystem mit hohen Dosen eines Impfstoff-Antigens auseinander setzen muss und sich in dieser Stress-Situation nicht auf die Bekämpfung des eigentlichen Erregers konzentrieren kann. Impfprovokationen mit der Folge einer anschließenden Erkrankung oder Verschlimmerung einer bereits vorhandenen Erkrankung können, treten entsprechend der für die Wirksamkeit nötigen hohen Dosen bei Tot-Impfstoffen auf
·
Eine Indikation ist das jeweils nach dem Stand der
ärztlichen Wissenschaft angezeigte, also eigentlich angebrachte Vorgehen bei
der Krankheitsbekämpfung. Kontraindikationen (Gegenanzeigen) sind
entsprechend unbedingt abzulehnende, die Krankheit potentiell oder tendenziell
verschlimmernde Maßnahmen.
·
Injektionen erfolgen hauptsächlich
o
subkutan, also unter die Haut;
o
i.m. = intramuskulär, also in
Muskelgewebe;
o
intraperitoneal, also durch das Bauchfell
hindurch in die Leibeshöhle;
o
i.v. = intravenös, also in eine Hohlvene.
·
Insekten bilden zusammen mit den entfernter
verwandten Milben die Erreger- bzw. Parasitengruppe der Gliedertiere.
Die Schädigungswirkung ist extrem unterschiedlich, häufig abhängig von dem
jeweiligen Entwicklungsstadium, betrifft aber überwiegend äußere
Körperbereiche, insbesondere die Haut bzw. das Fell. Schädigungen ergeben sich
aus
o
der Beunruhigung der Tiere durch Stichschmerz und
Juckreiz;
o
allergischen Reaktionen;
o
Entzug von Blut und Lymphe;
o
Aufscheuern betroffener Partien mit anschließenden
bakteriellen Sekundärinfektionen;
o
Übertragung von Viren und Bakterien bzw. Einzellern;
o
in seltenen Fällen auch durch Zerstörung innerer Organe
(Dassellarven!).
Die Bekämpfung von Insekten und
Milben ist heute prinzipiell machbar, allerdings sind die eingesetzten Mittel
nicht immer harmlos. Bei ungeeigneter Vorgehensweise sind Resistenzen zu
erwarten.
·
Interferon ist ein Botenstoff, der von
virusbefallenen Zellen gebildet und bei anderen Zellen für einen Zeitraum von
knapp zwei Wochen verstärkte Virusabwehrbereitschaft auslöst. Prinzipiell
spielt es keine Rolle, welcher Virus die Alarmierung auslöst. So können im
Organismus vermehrungsfähige, aber harmlose Viren zur vorübergehenden Verbesserung
der allgemeinen Virusabwehr verwendet werden. Umgekehrt hat jede Impfung mit
lebenden Viren eine vorübergehende Stärkung der allgemeinen Virusabwehr zur
Folge.
J
zurück zur Übersicht
![]()
·
Jodpräparate werden wegen ihrer
desinfizierenden, aber kaum irgendwelche Resistenzen auslösenden Wirkungen nach
wie vor erfolgreich verwendet. Auf Schleimhäute aufgebracht desinfizieren sie
nicht nur, sondern lösen wegen ihrer Reizwirkung auch heftige, aber erwünschte
Abwehrreaktionen (= Reinigung) aus; in dieser Reizfunktion bezeichnet
man sie auch als Roburantien (= abhärtende Stoffe).
K
zurück zur Übersicht
![]()
·
Klinisch ist alles, was sich unmittelbar am
Patienten abspielt, insbesondere was man mit "Bordmitteln", also ohne
Zuhilfenahme aufwendiger Labor- und Apparatediagnostik feststellen kann.
·
Krankheit ist ein Zustand des Organismus, der
dann angenommen wird, wenn wesentliche Stoffwechselmaßstäbe (- parameter)
außerhalb des Normalbereichs liegen. Je mehr Parameter dies sind und je stärker
die Abweichungen vom Normalwert, desto sicherer die Krankheitsvermutung. Der
Übergang zwischen Krankheit und Gesundheit ist fließend. Die jeweilige
Abweichung vom physiologischen Normalbild wird als pathologisch
(krankhaft) bezeichnet.
·
Kombi(nations)präparate sind im Gegensatz zu Monopräparaten
Arzneimittel mit mehr als einem Wirkstoff. Ihr Einsatz ist häufig
problematisch, gleichgültig ob es sich um die Kombination wirkähnlicher
Substanzen mit unterschiedlichen Spektren (z.B. mehrere Antibiotika) oder
völlig wirkverschiedener Substanzen (z.B. Antibiotika und Fiebermittel)
handelt. Zwar erspart man jeweils entsprechenden Applikationsaufwand und manche
Wirkstoffe ergänzen oder potenzieren sich , aber die Abstimmung der Wirkdauer
z.B. ist schwierig. Grundsätzlich ist zu fordern, dass auch bei Kombipräparaten
jede Einzelsubstanz die volle therapeutisch wirksame Dosierung erhalten muss.
Andernfalls leistet man unter anderem Resistenzentwicklungen massiv Vorschub.
·
Komplikationen sind Umstände, die eine Krankheit
gegenüber der "normalen" Situation verschlimmern.
·
Kontaktsuppe ist eine beim Schwein
bisweilen angewandte, brutale und primitive, aber teilweise sehr erfolgreiche
Form der aktiven multiplen Immunisierung. K. kommt wegen der wahrscheinlichen
Pansenkontaminationen für Wiederkäuer kaum in Betracht.
·
Kreuzresistenzen entstehen entweder durch
Austausch von genetischem Material zwischen durchaus auch nicht näher
verwandten Bakterien oder durch Resistenzbildungen gegen wirkungsverwandte
Stoffe auch bei ausschließlichem Kontakt mit nur einem Stoff. Kreuzresistenzen
verschärfen das ohnehin gravierende Resistenzproblem bei antimikrobiellen
Stoffen. Sie stellen eines der Hauptargumente insbesondere gegen den Einsatz
nutritiver Antibiotika in der Tierproduktion dar.
·
Kupieren einer Krankheit meint, ihren Verlauf
mit medizinischen Mitteln gegenüber dem natürlichen Verlauf erheblich
abzukürzen. Natürlich ist der Immuneffekt dann reduziert, die Gefahr eines
Rückfalls (medizinisch = Rezidiv) also größer.
L
zurück zur Übersicht
![]()
·
Labmagenverlagerung
(lat.: dislocatio abomasi - DA) ist eine schwerwiegende, potentiell
tödlich endende Störung, die überwiegend bei Kühen innerhalb der ersten 100
Tage nach dem Abkalben auftritt und in den letzten Jahren eine dramatisch
steigende Inzidenz aufweist. Das Geschehen bei DA ist multifaktoriell und
multikausal. Deutlich erkennbar sind jedenfalls positive Korrelationen mit der
Leistungshöhe, dem BCS, der Fettmobilisierung gegen Ende der
Trächtigkeit/Anfang der Laktation (=neg. Energiebilanz), Leberverfettung,
Bewegungsmangel, Schwere der Kälber, Schwere der Geburt bzw. Geburtsstress,
männlichem Geschlecht der Kälber und Endotoxinkonzentrationen im Blut, welche
aus vermehrten Endotoxin-Gehalten im Futter, vermehrter Bildung durch
dysfunktionale Pansenbewohner oder verringerte Entgiftungsleistung der Leber
resultieren könnten. Außerdem werden Einflüsse der Witterung diskutiert.
·
Leistungsförderer
im weiteren Sinne bilden eine höchst heterogene Gruppe von nicht
essentiellen Stoffen, deren Einsatz das Leistungsvermögen gesunder Tiere
steigern soll. Tiermedizinisch relevant sind hier vornehmlich die sogenannten
nutritiven Antibiotika bzw. Chemobiotika. Ihr Einsatz erfolgt ausschließlich
über Mischfutter bzw. entsprechende Vormischungen, ist nicht
arzneimittelrechtlich, sondern futtermittelrechtlich geregelt, und steht bei
Einhaltung der (sehr geringen) Höchst- bzw. Mindestmengen und gegebenenfalls
von Absetzfristen im Belieben des Tierhalters. Befürworter des Einsatzes dieser
Stoffe argumentieren mit der hohen biologischen und damit auch ökonomischen und
ökologischen Effizienz und dem geringen Resistenzrisiko. Gegner schätzen das
Resistenzrisiko erheblich höher ein. Die öffentliche Meinung tendiert zunehmend
deutlich gegen den Einsatz von nutritiven Antibiotika bzw. Chemobiotika,
weshalb auf EU-Ebene derzeit (Januar 2000) das vollständige Verbot dieser
Stoffe diskutiert wird. Die Wirkmechanismen nutritiver Antibiotika beruhen
vornehmlich auf einer Verschiebung der Bakterien-Flora des Magen-Darm-Kanals in
Richtung kleinerer, bzw. nicht oder weniger pathogener Bakteriengruppen, was
weniger entzündliche Prozesse an - und dadurch bedingt - leistungsfähigere
Schleimhäute, geringere Toxinbildung und damit geringeren Entgiftungsaufwand
bedeutet. Daneben scheinen die positiven Ergebnisse mancher dieser Stoffe auf
die Leistung von Steril-Tieren auch auf anabole Wirkungen hin zu deuten, die
mit klassisch antibiotischen Mechanismen nicht erklärbar sind.
·
Letale Erkrankungen führen zum Exitus,
zum Tod.
·
Listeriose eine nach ihren Erregern, den Listerien
benannte, sehr berdrohliche bakterielle Erkrankung, die vor allem bei
Wiederkäuern in Weidehaltung, aber auch bei Wildtieren vorkommt. Es existieren
zuverlässige Impfprogramme.
M
zurück zur Übersicht
![]()
·
Metaphylaxe - ein nicht sehr häufig benutzter
und recht unpräziser Begriff - fasst alle Behandlungsmaßnahmen zusammen, die
gezielt ergriffen werden, wenn durch irgendwelche nichtklinischen Befunde eine
subklinische Erkrankung oder erhöhte Stoffwechselbelastung angenommen werden
kann.
Beispiele
wären:
o
die Verabreichung von Propylenglykol nach positiven
Harntest auf Ketokörper;
o
die Antibiotikabehandlung von Eutervierteln bei
positivem Schalmtest.
·
Mikroben ist eine Sammelbezeichnung für
Kleinstlebewesen, die einzeln mit bloßem Auge nicht beobachtet werden können.
Traditionell rechnet man hierzu
o
Viren,
o
Bakterien,
o
echte
Einzeller
und
o
evtl. Pilze.
·
Die Morbidität ist die Erkrankungsrate bei den Infizierten
bzw. der Untersuchungsgruppe; die Mortalität ist die Sterberate bei den
Erkrankten.
·
Multiple Schutzimpfungen - auch Vektorimpfungen
genannt- also Schutzimpfungen, die mit möglichst nur einmaliger
Verabreichung gegen möglichst viele Erreger gleichzeitig
immunisieren, sind ein alter Traum der Medizin, der durch die moderne
Gentechnik in greifbare Nähe gerückt ist. Man braucht nämlich für eine
Immunisierung keineswegs den gesamten Erreger oder das gesamte Toxinmolekül,
sondern eigentlich reicht das aktive Zentrum seiner Oberfläche, also ein Bruchteil.
Gelingt es, aus dem Erbgut gefährlicher Erreger die Baupläne für diese kleinen
Teile herauszuschneiden und in einen harmlosen, aber im Säugetierkörper
vermehrungsfähigen Virus, wie etwa Vaccinia (= Kuhpocken), als Vektor
gentechnisch einzubauen, dann würde der Körper bei Impfung mit diesem Virus
auch gegen alle anderen eingebauten Antigene immun.
·
Mutterbluttransfusionen können insbesondere bei
der Behandlung durchfallerkrankter Kälber erstaunliche Heilwirkungen haben. Das
Blutvolumen der ausgetrockneten Kälber wird aufgefüllt und unter Umständen
enthält das Mutterblut wirksame Antikörper gegen die beteiligten Erreger. Wegen
der nahen Verwandtschaft ist bei erstmaliger Gabe kaum mit heftigen
Abwehrreaktionen gegen Fremdeiweiße zu rechnen
· Mykosen heißen durch Pilzbefall verursachte Erkrankungen (siehe auch Pilze). Dabei spielen sowohl allergische Reaktionen auf den jeweiligen Pilz selbst als auch solche auf dessen giftige Stoffwechselprodukte, die sogenannten Mykotoxine, eine Rolle. Darüber hinaus kann das Pilzmycel auch wichtige Gewebebereiche über bzw. durchwuchern und so schwerwiegend schädigen. Beim Rind sind in erster Linie Genitalentzündungen und Mastitiden, seltener auch Lungenerkrankungen durch Candida-Pilze bedeutsam. Wenn Entzündungen auf Antibiotika-Gaben nicht oder eher verstärkt reagieren, ist immer auch an Mykosen zu denken. Mykosen treten nach Antibiotikabehandlungen häufiger auf, da Pilze auf die weitaus meisten Antibiotika (Ausnahme Colistin!) nicht reagieren, aber von der sie hemmenden Bakterienkonkurrenz entlastet werden.
·
Mykotoxine im
engeren Sinne sind Pilzgifte, die durch Pilzbefall in Futtermitteln vor der
Aufnahme gebildet werden. Da diese Gifte weitgehend im Pansen abgebaut werden,
sind insbesondere Schweine, aber auch Geflügel eher betroffen als Wiederkäuer.
Im hiesigen Raum sind insbesondere Deoxynivalenon (DON) und Zearalenon (ZON) bedeutsam.
Unter tropischen und subtropischen Bedingungen gewonnene Futtermittel sind
besonders durch Aflatoxin, eines der gefährlichsten Toxine überhaupt, belastet.
Aflatoxin ist stark lebergiftig und begünstigt das Auftreten von Leberkrebs.
N
zurück zur Übersicht ![]()
·
Nasal, auch intranasal meint den Weg von
Antigenen oder Medikamenten über die Nase.
·
Unerwünschte Nebenwirkungen sind bei Maßnahmen
gegen Erkrankungen grundsätzlich nie auszuschließen. Das gilt insbesondere für
den Einsatz von Medikamenten. Die allermeisten Medikamente weisen bei
Überdosierungen schädliche Folgen auf. Selbst Vitamine können bei entsprechend
hohen Überdosierungen tödlich wirken. Antibiotika, die gegen Bereiche
bakteriellen Stoffwechsels zielen, der nur bei Bakterien vorkommt, sind von
daher zunächst nebenwirkungsarm.
Bekannt ist, dass insbesondere das Penicillin, erstes und bis heute wichtigstes
Antibiotikum, in reiner Form sehr wenig Nebenwirkungen zeigt, mit einer
Ausnahme: Allergiegefahr bei Mensch und Tier.
Derartige individuelle Unverträglichkeiten gegen einzelne Wirkstoffe sind immer
möglich - mit allerdings sehr unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit. Daneben
haben viele Medikamente aber auch generelle schädliche Nebenwirkungen. Bekannt
sind die immundepressiven Wirkungen von Cortison-Verbindungen. Viele
Medikamente belasten bzw. schädigen auch die Organe, die ihren Ab - bzw. Umbau
im Organismus zu leisten haben, also Leber und Nieren. Es existieren z.B. auch
Antibiotika mit erheblichen, teilweise extrem gefährlichen Nebenwirkungen wie
Cancerogenität, Mutagenität oder Teratogenität. Zu erwähnen sind im einzelnen :
Leberschäden
durch
o
Tetracycline
o
Erytromycin
o
Sulfonamide
Nierenschäden
durch
o
Colistin
o
Polymyxin B
o
Gentamycin
o
Neomycin
o
Kanamycin
o
Erythromycin
Zentralnervöse
Störungen (Gehörsinn/Gleichgewichtssinn) durch
o
Neomycin
o
Gentamycin
o
Kanamycin
o
Erythromycin
Probleme können auch entstehen,
wenn ölige, also nicht besonders gewebefreundliche Suspensionen verwendet
werden, um Langzeiteffekte zu erzielen.
Bei oralen Geben von antibakteriellen Mittel besteht immer das
Nebenwirkungsrisiko einer Schädigung der natürlichen Vormagen- bzw. Darmflora
und der anschließenden Überwucherung mit schädlichen Bakterien bzw. Pilzen.
·
Nekrose meint das Absterben von Gewebebereichen.
·
Nitroimidazole wie Ipronidazol und Metronidazol
gehören zu den wenigen gegen Dysnterie z.Z. wirksamen Präparaten.
·
Notimpfungen werden
dem Namen entsprechend nur ausnahmsweise bei bereits erkrankten Tieren
durchgeführt. Es kommen ausschließlich Lebendimpfstoffe in Betracht, um das
Risiko einer Impfprovokation zu vermeiden.
O
zurück zur Übersicht ![]()
·
Obligat (unbedingt) pathogene Erreger
lösen bei nicht immunen bzw. nicht resistenten Individuen regelmäßig eine
entsprechende Erkrankung aus.
·
Operationen sind Eingriffe, die grundsätzlich
nur vom Tierarzt vorgenommen werden dürfen, wenn nicht ausdrücklich eine
Rechtsquelle etwas anderes sagt, wie etwa beim Ferkelkastrieren. Schon eine
i.v.-Injektion ist strenggenommen eine Operation.
P
zurück zur Übersicht
![]()
·
Param(m)unität meint alle unspezifischen
Krankheitsabwehreinrichtungen von Organismen.
·
PIA (Porcine
Intestinal Adenomatosis) heißt eine durch das strikt anaerobe
Dünndarm-Bakterium Lawsonia intracellularis
ausgelöste Durchfallerkrankung von Schweinen aller Altersgruppen oberhalb der
Saug- und Absatzferkel. Die erst in jüngster Zeit (=Dez. 1998) in Deutschland
beobachtete Krankheit kommt in allen Formen von akut bis chronisch vor und wird
leicht mit Dysenterie verwechselt, wird ähnlich wie diese mit hochdosierten Antibiotika
bekämpft und ist derzeit nur in Speziallabors sicher diagnostizierbar.
·
Mit Physiologie meint man das Funktionieren des
Körpers bzw. seiner Organe im Rahmen des Stoffwechsels. Physiologische
Abläufe sind also solche, die dem normalen Stoffwechselgeschehen entsprechen.
·
Passageeffekte nennt man Veränderungen, die bei Erregern
auftreten, die in ständigem ungebrochenem Kreislauf von Tieren ausgeschieden
und wieder aufgenommen werden.
Derartige P. können zu einer enormen Steigerung der Gefährlichkeit führen, so
dass aus einzelbetrieblich an sich beherrschbaren Faktorenkrankheiten durchaus
Faktorenseuchen (= Stallmüdigkeit) werden können, welche medikamentell kaum
mehr beherrschbar sind, wie insbesondere Coli-Erkrankungen zeigen können.
Konsequentes R-R stellt eine der besten Abwehrmaßnahmen dar. Umgekehrt
können durch P. ursprünglich hochakute Seuchenerreger zu relativ glimpflich
verlaufenden, teilweise sogar subklinischen Infektionen werden, wie etwa der
Rotlauf, teilweise auch AK beim Schwein.
·
Passive Schutzimpfungen, also Therapien bzw.
Prophylaxen mit nicht selbsterzeugten Antikörpern, sind wegen der hohen Kosten
und der relativ geringen Wirkungsdauer in der Tiermedizin recht selten.
Ausnahmen sind natürlich Kolostralmilch und Mutterbluttransfusionen. Moderne,
gentechnisch erzeugte Antikörper sind hochgradig frei von allergieauslösenden
Fremdstoffen.
·
Per os, auch oral, meint den Weg von
Erregern oder Medikamenten über das Maul / den Mund.
·
Perakute Erkrankungen erreichen ihren Höhepunkt
extrem schnell, unter Umständen ohne dass bis dahin irgendwelche Symptome
sichtbar werden. Beispiele wären etwa die Eutererkrankungen durch
Pyogenes-Bakterien (Holsteinische Euterseuche/ Weidemastitis) oder der Milzbrand.
·
Pilze (Myces, Fungi) stellen eine
eigenständige Gruppe von Lebewesen dar und verursachen im tiermedizinischen
Bereich zunehmend Probleme. Pilze sind Konkurrenzorganismen zu Bakterien. Wenn
breit wirkende Antibiotika gegen Bakterien eingesetzt werden, welche z.B. im
Schleimhautbereich auch harmlose oder sogar nützliche Bakterien vernichten,
können häufig Pilze diese konkurrenzlose Situation nutzen und die Schleimhäute
überwuchern. Pilze schädigen durch Toxinbildung, Auslösen allergischer
Reaktionen, Organverstopfung und Nährstoffkonkurrenz. Die Immunreaktion auf
pilzliche Antigene ist teilweise sehr schwach ausgeprägt und daher wenig
belastbar. Pilzinfektionen sind medikamentell nicht einfach zu behandeln und
schwer zu diagnostizieren.
Es stehen bei weitem nicht so viele wirksame und gut verträgliche Antimykotika
zur Verfügung wie Antibiotika.
·
Prionen (Pryonen) werden bestimmte
Eiweiße genannt, von denen man vermutet, dass sie die BSE-Infektionen, bzw.
verwandte Krankheiten beim Menschen auslösen könnten. Prionen sind größenmäßig
weit unterhalb der Viren einzuordnen und wären dann eine Infektionsform, die
erstmalig eindeutig nicht von Lebewesen ausgelöst würde. Das Konzept der
biotischen Erkrankungen wäre dann entsprechend zu überdenken. Die Existenz und
Wirkweise von Prionen sind äußerst strittig.
·
Eine Prognose (prognostisch) ist eine Einschätzung
des Arztes über den weiteren Verlauf einer Erkrankung bzw. die Möglichkeiten
ihrer Therapie. Prognosen können ausgezeichnet, sehr gut, günstig, fraglich,
ungünstig oder aussichtslos sein.
·
Prophylaxe (prophylaktisch) sind alle
Maßnahmen, die auf Krankheitsverhütung zielen, solange die Krankheit noch nicht
auftritt. Obwohl Prophylaxemaßnahmen meist viel billiger sind als
Heilbehandlungen, ist es psychologisch nicht leicht, wirksame
Prophylaxemaßnahmen auf Dauer durchzuhalten.
Man kann nämlich beweisen , ob die Krankheit nicht auch ohne Prophylaxe
ausgeblieben wäre.
· PRRS (porcine reproductive and respiratory syndrome) auch Seuchenhafter Spätabort der Schweine genannt, trat im Winter 1990/91 erstmalig, seitdem hartnäckig wellenförmig aufflackernd im hiesigen Raum auf, wurde aber in den Vorjahren bereits in den USA beobachtet. Verursacher ist eine serologisch nachweisbare Virusinfektion. Inzwischen ist ein Lebendimpfstoff auf der Basis eines amerikanischen Virusstamms auch bei uns zugelassen.
Q
zurück
zur Übersicht ![]()
· Q-Fieber ist eine von Bakterien (Coxiellen) verursachte Rinderkrankheit, die sich in Aborten und Fruchtbarkeitsstörungen äußert. Wichtigste Gegenmaßnahme ist derzeit die Desinfektion des Abkalbebereichs an allen Stellen, an denen Fruchtwasser ausgeflossen ist. Antikörper gegen diese Erreger können in bis zu einem Drittel der Betriebe nachgewiesen werden. Q-Fieber kann mit dem Verzehr von Rohmilch auf den Menschen übertragen werden.
·
Quarantäne heißt vorbeugende Absonderung von
Individuen, bei denen eine Infektion nicht ausgeschlossen werden kann, der
Erregernachweis aber noch nicht geführt oder die Inkubationszeit noch nicht
abgelaufen ist.
R
zurück zur Übersicht
![]()
·
Resistenzen sind im Gegensatz zu Immunitäten
nicht erworbene, sondern erblich bedingte Unempfindlichkeiten gegen
Belastungen. Bei einzelligen Organismen gibt es keine logische Trennung der
Begriffe. Man spricht bei ihnen immer nur von Resistenzen.
S
zurück zur Übersicht
![]()
·
Seuchen liegen dann vor, wenn eine
Infektionskrankheit ungeschützte Individuen mit hoher Wahrscheinlichkeit befällt
und dann schwerwiegende Folgen hat. Ausgelöst von obligat pathogenen Erregern
sind die Möglichkeiten des Einzelnen gering, sich bzw. seine Tiere etwa durch
günstige Umweltgestaltung (=Management) vor einer Seuche zu schützen. Möglichkeiten,
die Seuche insgesamt zu bekämpfen, sind für den Einzelnen nicht vorhanden. Seuchenbekämpfung
und Seuchenrisiko müssen also vom Staat bzw. von der Gemeinschaft der
potentiell Betroffenen übernommen werden.
·
Steril (eigentlich=unfruchtbar) besagt, dass auf
einer Oberfläche keine Keime mehr nachweisbar bzw. vermehrbar sind.
·
Stress, ein z.T. sehr unterschiedlich
begriffenes Phänomen, hat insbesondere im Zusammenhang mit Faktorenerkrankungen
eine hohe Bedeutung für deren Auftreten und Verlauf. Stress soll hier als
negative, schädliche Belastung verstanden werden. Zur Bewältigung solcher
Belastungen reagiert der Organismus unter anderem mit der Bildung von Hormonen
der Nebennierenrinde, sogenannten Corticoiden. Diese wirken unter anderem stark
entzündungshemmend, indem sie etwa den Proteinstoffwechsel bremsen. Auch
Zellvermehrungen (Proliferationen) werden so unterdrückt.
Daraus folgt auch eine erhebliche Dämpfung der Immunreaktionen, die ja ohne
deutlich Steigerung der Bildung von Plasmazellen, Killerzellen und Globulinen
nicht vorstellbar sind.
Durch nicht zu extremes und gezieltes Gewöhnen an bestimmte Stressauslöser,
insbesondere Temperaturschwankungen, können Organismen insgesamt belastbarer
und damit auch weniger infektionsanfällig gemacht werden (Außenklimastall).
Struktureller Stress durch nicht den angeborenen Verhaltensbedürfnissen
angepasste Haltungsformen sollte vermieden werden.
Unnötiger Stress durch falsche Behandlung der Tiere (Schlagen, Schreien,
unnötiges Beunruhigen) rächt sich schnell durch erhöhte Infektionsanfälligkeit.
·
Subklinische Erkrankungen lassen sich mit
Mitteln der Labordiagnose nachweisen, sind so am Patienten aber nicht ohne
weiteres feststellbar. Dennoch kann dieser Patient seinerseits den Erreger
weitervermehren und -verbreiten.
·
Sulfonamide zielen wie Antibiotika auf
Bakterienbekämpfung. S. haben überwiegend keimhemmende Wirkung, da sie von den
Bakterien anstelle eigentlich benötigter essentieller Substanzen in deren
Stoffwechsel eingebaut werden und diesen dann quasi "lahm legen". Bei
Überdosierung ist das Nebenwirkungsrisiko speziell für Leber und Nieren und
Nervensystem meist höher als bei Antibiotika.
T
zurück zur Übersicht
![]()
·
Therapie ist die Behandlung einer tatsächlich
festgestellten (=manifesten), konkreten Erkrankung, (im Gegensatz zur
Prophylaxe, die eine künftige Erkrankung verhindern oder mildern soll.)
·
Trimethoprim hat ein sehr weites
antibakterielles Wirkspektrum und potenziert die Wirkungen von Antibiotika und
Sulfonamiden. Tr. ist demgemäß überwiegend in Kombinationspräparaten zu finden.
U
zurück zur Übersicht
![]()
·
Ulcer heißt Geschwür.
V
zurück zur Übersicht ![]()
·
Vakzine ist ein anderes Wort für Aktivimpfstoff.
Vakzinieren steht entsprechend für aktives Schutzimpfen. Der Name leitet sich
von der Bezeichnung für Kuhpocken (=Vaccinia) ab, der ersten Vakzine überhaupt.
·
Virämiker sind infizierte Individuen, die
lebenslang Virusmaterial im Blut haben und ausscheiden können. Bei bestimmten
Viruserkrankungen (z.B. BVD) reagieren im Mutterleib infizierte, äußerlich
gesunde Individuen auf Impfung mit Krankheitsausbruch (und Tod).
·
Viren (Virus) sind winzige Organismen auf der
Grenze zwischen belebter und unbelebter Natur. Ihr Enzymapparat ist extrem begrenzt
und dient meist nur dazu, in eine Zelle eindringen zu können. Viren bestehen im
wesentlichen aus Erbinformationen (DNA oder RNA), teilweise mit einer
Eiweißumhüllung. Das Erbmaterial hat die Programmierung, entweder unmittelbar
neues Virusmaterial bilden zu lassen (Grippetyp), woran die Wirtszelle dann
letztlich zugrunde geht, oder sich in den Chromosomenbestand der Zelle
einkopieren zulassen und - kontinuierlich oder bei bestimmten Situationen -
neue Viren produzieren zu lassen (Herpestyp.) Angesichts des fast vollständigen
Fehlens eines eigenen Stoffwechsels ist eine medikamentelle Bekämpfung, etwa
vergleichbar der von Bakterien durch Antibiotika, bis heute - jedenfalls in der
Tiermedizin - weitgehend ausgeschlossen.
·
Vitamine spielen insbesondere als Vitamin A und b-Carotin eine bedeutende Rolle bei der
Infektionsabwehr, speziell für die lokale Immunität der Darmschleimhäute.
Generell sind bei Hypovitaminosen, also Vitaminknappheitzuständen, deutlich
erhöhte Anfälligkeiten zu erwarten.
W
zurück zur Übersicht
![]()
·
Würmer und Egel verursachen auch heute
noch erhebliche Schäden durch Auslösen der unterschiedlichsten Erkrankungen.
Grundsätzlich stehen inzwischen recht wirkungsvolle Mittel zu ihrer Bekämpfung
bereit, allerdings sind nicht immer alle Entwicklungsstadien der W. und E.
gleich empfindlich, so dass je nach Entwicklungszyklus wiederholte Maßnahmen
nötig sein können. W. und E. haben teilweise hochkomplizierte
Entwicklungszyklen. Manche sind zwingend auf Zwischenwirte angewiesen, deren
Bekämpfung dann unter Umständen effektiver ist als die direkte Erregerbekämpfung.
W. und E. schädigen hauptsächlich durch
o
direkte Organschädigung
o
Bildung von Narbengewebe in den betroffenen Organen
o
Toxinbildung
o
Auslösen allergischer Reaktionen
o
Nährstoffentzug.
X
zurück zur Übersicht ![]()
Y
zurück zur Übersicht
![]()
Z
zurück zur Übersicht
![]()
· Als Zoonosen bezeichnet man Infektionen, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können. Heute bei uns bedeutsame Z., die von landwirtschaftlichen Nutztieren ausgehen können, sind u.a.:
|
· Bandwurmbefall |
· Q-Fieber |
|
· Brucellose |
· Rotlauf |
|
· (möglicherweise) BSE |
· Rotz |
|
· Chlamydien-Befall |
·
Salmonellose |
|
·
Listeriose
|
·
Tollwut |
|
·
Milzbrand
|
·
Trichophytie |